IZB 2021: Fit für die Mobilität von morgen

Wendelin Göbel, Vorstand der Wolfsburg AG, eröffnet die IZB 2021. Foto: offenblende

Unter dem Titel „Staying Competitive in the New Mobility Era“ beleuchteten in der Eröffnungsdiskussion der diesjährigen (hybriden) Zuliefererbörse in Wolfsburg Vertreter der Automobil- und Zulieferindustrie die Herausforderungen von morgen, die Rolle des Zulieferers in der Zukunft und die wichtigsten unmittelbaren Handlungsbedarfe der Branche.

Größte Herausforderungen für 2022

Als größte unmittelbare Herausforderung für die Automobil- und Zulieferindustrie sieht Harald Proff, bei Deloitte Automotive Sektorleiter für Global/DCE/Deutschland, die aktuelle Chipkrise. Claudius Jehle, CEO des Batteriediagnostik-Spezialist Volytica Diagnostics mit Sitz in Dresden, nennt die europaweit fehlenden 800 000 Batterieexperten bei gleichzeitiger Dominanz Asiens in der Batterieherstellung andererseits. Jumana Al-Sibai, Leiterin der größten Geschäftseinheit des Stuttgarter Technologiekonzerns MAHLE, nennt die aktuellen Teuerungen bei Material- und Frachtkosten. Die Erweiterung der Chipkapazitäten in Europa, wie die Eröffnung des Infineon-Werkes in Villach wird positiv gesehen, der Fachkräftemangel wird allerdings weiterhin bestehen.

Während die Digitalisierung der Produktion als wichtiger Wettbewerbsfaktor gesehen wird, propagiert Al-Sibai deren bedachten Einsatz, alle Diskutanten sehen gleichzeitig eine digitale Infrastruktur als unabdingbare Voraussetzung für die Implementierung digitaler Geschäftsmodelle und somit Zukunftsfähigkeit der Unternehmen.

Einig waren sich die TeilnehmerInnen auch darin, dass in Europa der Markt für Verbrenner zugunsten der E-Mobilität schrumpfen wird, aber in den nächsten Jahrzehnten unter bestimmten Voraussetzungen profitabel bleiben kann. Unternehmen müssen dafür Antworten auf drei Fragen finden:

  1. Habe ich die notwendigen (Management-, Personal-, Kapital-)Kapazitäten für beide Antriebe?
  2. Wie entwickle ich aus meiner Kernfähigkeit ein modernes Produkt?
  3. Wie kann ich meine Fähigkeiten ergänzen?

Neben der wachsenden Bereitschaft der OEMs, Partnerschaften auf Augenhöhe mit ihren Zulieferern einzugehen, stimmt auch ein Blick in die Vergangenheit der Automobilindustrie positiv. Diese habe sich immer wieder fähig gezeigt, sich an wechselnde Bedingungen anzupassen, wie z.B. durch die vermehrte Bildung von Wertschöpfungsnetzwerken unter stärkerer Einbeziehung von kleinen, agilen – oft auch neuen – Unternehmen und das Entwickeln von neuen Servicestrategien.

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