Battery Safety Talk 26

Beim Battery Safety Talk 2026 trafen sich am 22. April in den Räumlichkeiten der Saubermacher Dienstleistungs AG in Feldkirchen Expert:innen aus Industrie und Forschung sowie Partner aus den Netzwerken von ACstyria, Virtual Vehicle und Green Testing Lab, um aktuelle Entwicklungen in der Batteriesicherheit zu diskutieren.

Zum Auftakt wurde deutlich, wie eng E-Mobilität, Kreislaufwirtschaft und europäische Wertschöpfung zusammenhängen. Renault zeigte anhand konkreter Initiativen, wie übergreifende Lösungen in Produktion, Reparatur und Wiederverwertung von Traktionsbatterien bereits umgesetzt werden. Gleichzeitig wurde betont, dass Europa insbesondere in den Bereichen Batteriesicherheit und Recycling eine zentrale Rolle einnehmen kann. Ein sichtbares Beispiel dafür ist die kürzlich in Betrieb genommene Batterierecyclinganlage von Saubermacher nahe Frankfurt, eine der modernsten Anlagen Europas.

 

Entlang des Batterie-Lifecycles wurde deutlich, wie eng die einzelnen Phasen miteinander verzahnt sind. Neža Lupšina (L2P Pyralis Advisory) zeigte, dass bereits auf Ebene der Zellchemie grundlegende Entscheidungen getroffen werden, die Sicherheitsarchitektur und Kosten eines Systems maßgeblich prägen. Aufbauend darauf präsentierte Stefan Radl (TU Graz), wie simulationsbasierte Ansätze und digitale Zwillinge eine zunehmend prädiktive Entwicklung von Batteriesystemen ermöglichen.

Bernhard Pöllabauer (AVL List GmbH) verdeutlichte, dass Sicherheit heute integraler Bestandteil von Zell- und Systemdesign ist und durch datenbasierte Diagnosemethoden im Batteriemanagement während des Betriebs kontinuierlich weiterentwickelt wird. Ergänzend stellte Martin Benedikt (Virtual Vehicle Research GmbH) den Digital Product Passport als verbindendes Element vor, das Transparenz und Datennutzung über den gesamten Lebenszyklus hinweg sicherstellt.

Eva Gerold (Montanuniversität Leoben) zeigte, wie entscheidend effiziente Recyclingstrategien für die Rückführung kritischer Rohstoffe sind und damit den Kreislauf der Batteriewertschöpfung schließen.

 

„Der intensive Austausch innerhalb dieses starken Experten-Clusters verdeutlicht einmal mehr, dass sektorübergreifende Kooperationen der wahre Motor für eine zukunftsfähige Batteriewirtschaft sind.“
— Thomas Haid, Saubermacher

In der Podiumsdiskussion wurde hervorgehoben, dass Europas zukünftige Wettbewerbsfähigkeit weniger in der Zellproduktion, sondern in Systemkompetenz und Integration liegt. Voraussetzung dafür sind eine stärkere industrielle Vernetzung, gezielter Kompetenzaufbau sowie die Einbettung der E-Mobilität in ein gesamtheitliches Energiesystem.

Der begleitende Standortbesuch in Premstätten verdeutlichte die operative Komplexität des Batterierecyclings und rundete die Veranstaltung mit praxisnahen Einblicken entlang der Wertschöpfungskette ab.